{"id":1851,"date":"2014-04-11T11:59:10","date_gmt":"2014-04-11T09:59:10","guid":{"rendered":"https:\/\/weltwaldwiesen.de\/weichenstellen\/?p=1851"},"modified":"2017-07-31T23:02:37","modified_gmt":"2017-07-31T21:02:37","slug":"hintergrund-texte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weltwaldwiesen.de\/weichenstellen\/hintergrund-texte\/","title":{"rendered":"Hintergrund-Texte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a0<span style=\"color: #000000; background-color: #ffff00;\"><strong><span style=\"font-family: Verdana; font-size: medium;\">Hintergrund-Text<\/span><\/strong><\/span><br \/>\n<\/span><b>Zum\u00a0Leit-Wort des Jahres\u00a02009 <\/b><\/span><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"> 18 Einer von den f\u00fchrenden M\u00e4nnern fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?<br \/>\n19 Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut au\u00dfer Gott, dem Einen.<br \/>\n20 Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht t\u00f6ten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre deinen Vater und deine Mutter!<br \/>\n21 Er erwiderte: Alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.<br \/>\n22 Als Jesus das h\u00f6rte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Verkauf alles, was du hast, verteil das Geld an die Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!<br \/>\n23 Der Mann aber wurde sehr traurig, als er das h\u00f6rte; denn er war \u00fcberaus reich.<br \/>\n24 Jesus sah ihn an und sagte: Wie schwer ist es f\u00fcr Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!<br \/>\n25 Denn eher geht ein Kamel durch ein Nadel\u00f6hr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.<br \/>\n26 Die Leute, die das h\u00f6rten, fragten: Wer kann dann noch gerettet werden?<br \/>\n27 Er erwiderte: Was f\u00fcr Menschen unm\u00f6glich ist, ist f\u00fcr Gott m\u00f6glich.<br \/>\n28 Da sagte Petrus: Du wei\u00dft, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt.<br \/>\n29 Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Br\u00fcder, Eltern oder Kinder verlassen hat,<br \/>\n30 wird daf\u00fcr schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><em>Lukas 18, 18-30<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span style=\"background-color: #ffff00;\">Hintergrund-Text <\/span><\/strong><br \/>\nzu<\/span><strong><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\n&#8218;<a title=\"Leitwort 2011: Platzverweis\" href=\"https:\/\/weltwaldwiesen.de\/weichenstellen\/leitwort-2011\/\">PLATZ-VERWEIS &#8230;&#8216; <\/a><br \/>\n(Leitwort 2011)<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr d\u00fcrft von keinem Baum des Gartens essen?<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Fr\u00fcchten der B\u00e4ume im Garten d\u00fcrfen wir essen;<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">3 nur von den Fr\u00fcchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon d\u00fcrft ihr nicht essen, und daran d\u00fcrft ihr nicht r\u00fchren, sonst werdet ihr sterben.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">5 Gott wei\u00df vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und B\u00f6se.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">6 Da sah die Frau, dass es k\u00f6stlich w\u00e4re, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Fr\u00fcchten und a\u00df; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er a\u00df.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass sie nackt waren. Sie hefteten Feigenbl\u00e4tter zusammen und machten sich einen Schurz.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">8 Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten h\u00f6rten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn, unter den B\u00e4umen des Gartens.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">9 Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">10 Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen h\u00f6ren; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">11 Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: small;\">Genesis 3, 1-11<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: medium;\">In einfacher und bildhafter Sprache und an Hand eines typischen Beispiels aus dem Alltag stellt der Erz\u00e4hler die erste S\u00fcnde und ihre verh\u00e4ngnisvollen Folgen dar. Die Schlange ist Sinnbild f\u00fcr die gef\u00e4hrliche Macht des B\u00f6sen und f\u00fcr die Hinterh\u00e4ltigkeit. Der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se sind Bilder f\u00fcr die nur Gott zukommenden Eigenschaften der Unsterblichkeit und des umfassenden Wissens, \u00fcber die der Mensch nicht von sich aus verf\u00fcgen kann, die Gott ihm aber unter Umst\u00e4nden in Zuwendung schenkt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">ooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><b>\u00a0<span style=\"color: #000000; background-color: #ffff00;\">Hintergrund-Text<\/span><br \/>\nzu<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Gleitsicht-Blick\" href=\"https:\/\/weltwaldwiesen.de\/weichenstellen\/mit-der-gleitsicht-brille-gesehen\/\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 14pt;\"><strong>GLEITSICHT-BLICK<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">8 Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">10 W\u00e4hrend sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen pl\u00f6tzlich zwei M\u00e4nner in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern bei ihnen<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">11 und sagten: Ihr M\u00e4nner von Galil\u00e4a, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">12 Dann kehrten sie vom \u00d6lberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zur\u00fcck.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">13 Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun st\u00e4ndig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholom\u00e4us und Matth\u00e4us, Jakobus, der Sohn des Alph\u00e4us, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva;\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">14 Sie alle verharrten dort einm\u00fctig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Br\u00fcdern.<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">Apostelgeschichte 1, 8-14<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><b>\u00a0<span style=\"color: #000000; background-color: #ffff00;\">Hintergrund-Text<\/span><br \/>\nzu<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"So will ich es machen\" href=\"https:\/\/weltwaldwiesen.de\/weichenstellen\/so-will-ich-es-machen\/\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 14pt;\"><strong>ERNTEDANK<\/strong><\/span><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">Brot in der W\u00fcste<\/span><\/b><\/p>\n<p><strong><em><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">Hier in der W\u00fcste rottete sich die ganze Gemeinde Israel gegen Mose und Aaron zusammen. Sie murrten: \u00bbH\u00e4tte der HERR uns doch get\u00f6tet, als wir noch in \u00c4gypten waren! Dort sa\u00dfen wir vor vollen Fleischt\u00f6pfen und konnten uns an Brot satt essen. Aber ihr habt uns herausgef\u00fchrt und in diese W\u00fcste gebracht, damit die ganze Gemeinde verhungert!\u00ab Der HERR sagte zu Mose: \u00bbIch werde euch Brot vom Himmel regnen lassen. Die Leute sollen vors Lager hinausgehen und so viel sammeln, wie sie f\u00fcr den Tag brauchen &#8211; aber nicht mehr, damit ich sehe, ob sie mir gehorchen. \u2026\u2026\u2026.. Am Abend kamen Wachteln und lie\u00dfen sich \u00fcberall im Lager nieder, und am Morgen lag rings um das Lager Tau. Als der Tau verdunstet war, blieben auf dem W\u00fcstenboden feine K\u00f6rner zur\u00fcck, die aussahen wie Reif. Als die Leute von Israel es sahen, sagten sie zueinander: \u00bbWas ist denn das?\u00ab Denn sie wussten nichts damit anzufangen.<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">Mose aber erkl\u00e4rte ihnen: \u00bbDies ist das Brot, mit dem der HERR euch am Leben erhalten wird. Und er befiehlt euch: &#8218;Sammelt davon, soviel ihr braucht, pro Person einen Krug voll. Jeder soll soviel sammeln, dass es f\u00fcr seine Familie ausreicht.&#8217;\u00ab Die Leute gingen und sammelten, die einen mehr, die andern weniger. Als sie es aber abma\u00dfen, hatten die, die viel gesammelt hatten, nicht zuviel, und die, die wenig gesammelt hatten, nicht zuwenig. Jeder hatte gerade so viel gesammelt, wie er brauchte.<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">Mose sagte zu ihnen: \u00bbNiemand soll etwas davon bis zum anderen Morgen aufheben!\u00ab Einige h\u00f6rten nicht auf ihn und legten etwas f\u00fcr den anderen Tag zur\u00fcck, aber am Morgen war es voller Maden und stank. Da wurde Mose zornig, weil sie nicht auf ihn geh\u00f6rt hatten.<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\">\u00a0Exodus 16, 2-4 und 13-20<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><b>\u00a0<span style=\"color: #000000; background-color: #ffff00;\">Hintergrund-Text<\/span><\/b><\/span><br \/>\n<strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">zum LEIT-WORT f\u00fcr das Jahr 2012\u00a0\u00a0<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a title=\"Perspektiv-Wechsel\" href=\"https:\/\/weltwaldwiesen.de\/weichenstellen\/perspektiv-wechsel\/\">PERSPEKTIV-WECHSEL<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><b><i> Es wird angenommen, dass Paulus durch eine t\u00fcckischen Krankheit beeintr\u00e4chtigt war &#8230; <\/i><\/b> <b><i> Er schreibt an die Gemeinde in Korinth<\/i><\/b><b><i>.<br \/>\n<\/i><\/b><span style=\"font-size: 10pt;\"><i>2. Korinther-Brief 12, 8-10<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><b> 8 Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse. 9 Er aber antwortete mir: Meine Gnade gen\u00fcgt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit r\u00fchmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. 10 Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und N\u00f6te, Verfolgungen und \u00c4ngste, die ich f\u00fcr Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.<br \/>\n<\/b><span style=\"font-size: 10pt;\"> Einheits-\u00dcbersetzung<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><b> 8 Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. 9 Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig. Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. 10 Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in N\u00f6ten, in Verfolgungen und \u00c4ngsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.<br \/>\n<\/b><span style=\"font-size: 10pt;\"> \u00dcbersetzung nach Martin Luther<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><strong>Ich habe den Herrn dreimal gebeten, dass dieser Satansengel mich in Ruhe lassen soll. Da hat er mir gesagt: \u00bbMeine Gnade reicht f\u00fcr dich aus, denn die Kraft vollendet sich mitten in der Schwachheit!\u00ab <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><strong>Deshalb will ich lieber meine Schw\u00e4chen loben, damit die Kraft des Messias in mir wohnt. Deshalb freue ich mich \u00fcber Schwachheiten, Misshandlungen, Verfolgungen und \u00c4ngste, die ich f\u00fcr den Messias erleide. Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich voller Kraft.<\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u00dcbersetzung nach Roland Werner<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h1 class=\"entry-title\" style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">\u00a0<span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">\u00a0<span style=\"color: #000000; background-color: #ffff00;\">Hintergrund-Text<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">KRAFTWERK RELIGION<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 class=\"entry-title\" style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Glutkern<\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><em><!-- .entry-header --><\/em><\/span><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><strong>Religionen sind der Glutkern oder das Herz der menschlichen Geschichte<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><strong>Die Religion und Europa<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><strong> \u00dcber ein kulturelles Erbe und unsere Zukunft<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><strong> Von Mathias Greffrath<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Europa unterwirft sich dem Islam. Zun\u00e4chst in Frankreich. Dort gewinnt im Jahr 2022 ein Kandidat der Moslemischen Bruderschaft die Pr\u00e4sidentschaftswahlen gegen Marine LePen. Ben Abbes ist kein grimmiger Dogmatiker, sondern der sozial-konservative Absolvent einer Eliteschule. Gew\u00e4hlt wurde er wegen seiner radikalen Kritik der kapitalistischen Exzesse, der gottlosen Hingabe an Geld und Konsum, des hedonistischen Ich-Kults im amoklaufenden Sp\u00e4tkapitalismus. Seinen Wahlkampf betrieb Abbes mit einem Appell an die Werte der drei Buchreligionen, des Christentums, des Judentums, des Islam. Unter seiner Pr\u00e4sidentschaft beginnt ein gro\u00dfer moralischer Aufbruch. Der Staat f\u00f6rdert kleine und mittlere Unternehmen, beendet die Arbeitslosigkeit, propagiert die R\u00fcckkehr zum konservativen Familienmodell. Die Gewalt auf den Strassen findet ein pl\u00f6tzliches Ende, den Banken wird das Spekulieren verboten. Nackte Hintern auf Plakaten und Minir\u00f6cke auf der Strasse geh\u00f6ren der Vergangenheit an. Zustimmung findet Abbes f\u00fcr sein Programm unter Antikapitalisten und Konservativen, aber auch bei Liberalen, wie dem Professor Francois, der schon lange seine metaphysische Leere erfolglos mit Alkohol, Sex und gelegentlichen Besuchen in katholischen Kirchen bek\u00e4mpfte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Sie haben es vielleicht gemerkt: dies war eine Inhaltsangabe des Romans \u201eUnterwerfung\u201c von Michel Houellebecq. Seine Zukunftsvision eines religi\u00f6sen und kulturellen Umbruchs ist nicht finster, nicht gewaltt\u00e4tig, sie imaginiert die radikale Wende einer sp\u00e4tkapitalistischen Gesellschaft, die von Arbeitslosigkeit und Bindungs-verlust, vom \u00dcberdru\u00df und von Sinnverlust gepr\u00e4gt ist. \u201eEine Gesellschaft ohne Religion ist nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig\u201c, sagt Michel Houellebecq im Interview, und im Roman findet sich der Satz: \u201eOhne das Christentum w\u00e4ren die europ\u00e4ischen Nationen nichts mehr als ein K\u00f6rper ohne Seele \u2013 Zombies.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">\u201eWir m\u00fcssen Europa wieder eine Seele geben\u201c, sagt auch der gl\u00e4ubige Katholik und Sozialist, der gl\u00fchende Europ\u00e4er Jacques Delors, der vor einem Vierteljahrhundert, nach dem Fall der Mauern ein europ\u00e4isches Sozialjahr f\u00fcr alle Jugendlichen forderte, der mit gro\u00dfen europ\u00e4ischen Gemeinschaftsprojekten, wie dem Bau von Schnellbahn-trassen von Helsinki nach Athen, von Moskau nach Lissabon europ\u00e4ische Identifikationen schaffen wollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Zu Europa geh\u00f6ren, das war nach 1989 der Traum von Millionen in Osteuropa. Vaclav Havel, der Dissident und sp\u00e4tere Pr\u00e4sident Tschechiens hatte diesen Traum damals aufgeschrieben: ein Kontinent mit Stra\u00dfen, in denen es zwei B\u00e4cker und an jeder Ecke eine Kneipe gibt; mit einer Wirtschaft, deren Wohlstand nicht nur auf global agierenden Konzernen, sondern einem vielf\u00e4ltigen kreativen Mittelstand und einer gut ausgebildeten und sozial gesicherten Arbeiter-schaft ruht; mit St\u00e4dten, in denen Kinder sich wohlf\u00fchlen, jeder auf eine gute Schule gehen kann und die Mieten bezahlbar sind; ein Europa mit Nationen, die ihre Eigenarten, ihre Landschaften und die F\u00e4higkeiten ihrer B\u00fcrger pflegen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Das ist ein Vierteljahrhundert her, aber was von dem Europa aus Havels Traum noch \u00fcbrig ist, droht im Sturm der Globalisierung unterzugehen. Europa, das ist heute ein Binnenmarkt mit freiem Kapitalverkehr, mit Normen f\u00fcr Abgase, Agrarprodukte, Universit\u00e4tsabschl\u00fcsse und vieles andere, aber die Angleichung der Sozialsysteme, der Steuergesetze, der Arbeits-bedingungen ist nicht erfolgt. Die Europ\u00e4er sind ein einig Marktvolk geworden \u2013 aber der Markt ist keine Gleichheitsmaschine, sondern beg\u00fcnstigt die Starken. Das Parlament in Stra\u00dfburg ist weniger ein gesamteurop\u00e4isch denkendes Gremium als eine Clearingstelle f\u00fcr nationale Interessen; in Br\u00fcssel werden die gro\u00dfen Entscheidungen im Machtgerangel der Staatsf\u00fchrer getroffen \u2013 und da setzen sich die Starken durch. Der Euro gar hat die alten Ungleichheit versch\u00e4rft und neue Spaltungen erzeugt: zwischen Nord- und S\u00fcdstaaten, zwischen Wachstums-regionen und abgeh\u00e4ngten Provinzen, zwischen Gl\u00e4ubigerbanken und Schuldner-staaten. Ein Europa dessen Leitlinien Wachstum um jeden Preis, Rationalisierung, Privatisierung, Deregulierung, schlanke Staaten und schrumpfende Infrastrukturen sind: von den B\u00fcrgern, die dabei ihre Lebenswelt untergehen sehen, wird dieses Europa zunehmend als Bedrohung erfahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">\u201eWir m\u00fcssen Europa wieder eine Seele geben\u201c. Aber worin best\u00fcnde sie denn noch, diese europ\u00e4ische Seele, diese kulturelle Identit\u00e4t? Seit einigen Jahren lautet die Formel: es ist unser gemeinsames jud\u00e4o-christliches Erbe. Es ist eine Formel, die mit Vorsicht zu genie\u00dfen ist. Seit der Zuwanderung aus muslimischen L\u00e4ndern \u2013 wohl-gemerkt: aus den ehemaligen europ\u00e4ischen Kolonien \u2013 ist sie zum Ausgrenzungs-merkmal geworden \u2013 und das nicht nur bei von Zukunfts\u00e4ngsten geleiteten Pediga-Spazierg\u00e4ngern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Und diese Formel vom jud\u00e4ochristlichen Europa l\u00e4\u00dft einiges aus, das den Kontinent gepr\u00e4gt hat: die griechische Philosophie vor allem, diese durch und durch weltliche, g\u00f6tterlose Suche, nach dem, was die Welt im Inneren zusammenh\u00e4lt. Und sie vergi\u00dft die langen Jahrhunderte, in denen der Islam das maurische Spanien und Sizilien zu einer multikulturellen Bl\u00fcte brachte, Moscheen, Kirchen und Synagogen neben-einander standen: eine Zeit kultureller Vielfalt, der wir Baukunst, Algebra und die \u00dcberlieferung der griechischen Philosophie zu verdanken haben, wichtige Beitr\u00e4ge zu unserer Neuzeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Was also k\u00f6nnen wir meinen, wenn wir uns auf eine jud\u00e4o-christliche Tradition berufen, die Europa gepr\u00e4gt hat und weiter pr\u00e4gen soll? Da ist zum ersten das j\u00fcdische Erbe. Die Tora ist das Gesetzbuch eines Volkes, das unter Fremdherrschaft und Klassenkonflikten litt. Gott, so sagen es die Propheten, will keine Unterdr\u00fcckung. Und: \u201eEs sollte \u00fcberhaupt keine Armut unter Euch sein\u201c, sprach der Gott Israels zu Moses und verschrieb seinem Volk alle sieben Jahre einen Schuldenerlass, damit die Unter-schiede nicht zu gro\u00df werden. Und, wichtiger fast: Nicht l\u00e4nger sollen Menschen \u00fcber Menschen herrschen, sondern Gesetze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Dann erschien Jesus Christus, nicht um das Gesetz zu brechen, sondern um es zu vollenden. Die Bergpredigt radikalisierte das Gesetz von Liebe und Gleichheit, versenkte es tief im Inneren der Menschen. Und forderte sie auf \u2013 das ist das Missions-gebot \u2013 dieses Gesetz in der ganzen Welt zur Geltung zu bringen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Zur spirituellen Weltmacht wurde diese Religion eines kleinen Volkes am \u00f6stlichen Mittelmeerrand erst, als sie sich mit der weltlichen Macht einlie\u00df, zur Staatsreligion des R\u00f6mischen Imperiums wurde. Von nun an wurde sie nicht nur mit Worten, sondern auch mit Waffen verbreitet. Kl\u00f6ster waren nicht nur Orte der Meditation, der Gelehrsamkeit und der Caritas, sondern wirtschaftliche Unternehmungen; Bisch\u00f6fe auch weltliche Machthaber, und P\u00e4pste die Konkurrenten der K\u00f6nige. Die Kirche salbte die Herrschenden; sie linderte die schlimmsten N\u00f6te und vertr\u00f6stete die Armen und die Unterdr\u00fcckten auf ein Jenseits. Theologen erfanden Himmel, H\u00f6lle und Fegefeuer, K\u00fcnstler malten sie aus nach dem Modell irdischer Pal\u00e4ste und Folterkammern. Das Kreuz war das Banner, unter dem die Kreuzritter Kleinasien ausraubten, unter dem die Juden verfolgt, Lateinamerika mit Genoziden \u00fcberzogen wurde. Christliches Erbe, das ist beides: die Religion der Machthaber und der Reichen, und die Religion der Gerechtigkeitsrebellen in Italien, der Wiedert\u00e4ufer von M\u00fcnster, der rebellierenden Bauern. Es gab \u2013 und es gibt \u2013 eine Theologie der Herrschenden, die den Armen sagte: Ertragt und harret aus, das Himmelreich wird Euer sein, und es gab eine Theologie, die den Himmel auf die Erde holen wollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Eines der sch\u00f6nsten Zeugnisse dieser Theologie ist die Utopie des kalabrischen M\u00f6nches Tomaso di Campanella aus dem fr\u00fchen siebzehnten Jahrhundert, die Utopie vom Sonnenstaat. Wegen der Fortschritte der Technik m\u00fcssen die Menschen an diesem Traumort nur noch vier Stunden am Tag arbeiten. Die erweiterte Grossfamilie \u00fcbernimmt die Kinderbetreuung, die Alten d\u00e4mmern nicht in Hospizen ihrem Ende entgegen. In dieser Bildungsrepublik lernen alle jungen Menschen in gut aus-gestatteten Schulen nicht die beruflichen und wissenschaftlichen Kenntnisse, sie werden in den K\u00fcnsten ausgebildet, in der F\u00e4higkeit zu Genu\u00df und Mu\u00dfe, und in die Pflichten der Gemeinschaft eingef\u00fchrt. Vor allem aber: eine Vielzahl von Religionen lebt friedlich und tolerant nebeneinander, unter dem geistigen Dach einer wissen-schaftlich fundierten Wertsch\u00e4tzung der Erde, unter der Herrschaft der Sonne.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Es ist eine Utopie, die nicht weit entfernt ist vom Ideal des s\u00e4kularen und toleranten Sozialstaats unserer Tage, und auch nicht von den sozialkonservativen Phantasien in Michel Houellebecqs Roman \u2013 aber Campanellas Traum rief die Inquisition auf den Plan. Er kam zu fr\u00fch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Religionen sind der Glutkern oder das Herz der menschlichen Geschichte. Sie bieten Antworten an auf die menschliche Urangst vor dem Tod, auf die Fragen nach dem Sinn meiner Existenz, nach dem Woher und Wohin der Welt. Und, zumindest gilt dies f\u00fcr die drei abrahamitischen Religionen: in ihnen konzentriert sich die Sehnsucht nach einer gerechten Welt, sie sind, wie Karl Marx es sagte: \u201eder Seufzer der bedr\u00e4ngten Kreatur, das Gem\u00fct einer herzlosen Welt; (sie sind) der Geist geistloser Zust\u00e4nde\u201c und sie fordern uns auf, diese Zust\u00e4nde zu \u00fcberwinden, auch im Diesseits. Sie dr\u00e4ngen auf das Absolute in einer Welt konfligierender M\u00e4chte, Gewalthaber und Interessen. Diese moralische Absolutheit ist ein Treibsatz des Zivilisationsprozesses gewesen, und sie gef\u00e4hrdet ihn zugleich. Die sozialen und politischen Ideen auch christlicher Denker befeuerten den Enthusiasmus der\u00a0 Franz\u00f6sischen Revolution, die mehr sein wollte als nur eine franz\u00f6sische, sondern Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit, Brot, Demokratie und Gemeinsinn f\u00fcr die ganze Welt-Republik forderte \u2013 und im Terror versank. Aber \u00fcber Jahrhunderte loderten in Europa auch die Scheiterhaufen\u00a0 eines\u00a0 christlichen Fanatismus , wurde der Kampf um Territorien und Reicht\u00fcmer von Priestern begleitet, die die Kanonen segneten und den Opfersinn predigten, aber auch die pl\u00fcndernden Bauernhorden marschierten unter dem Kreuz. Religionen sind moralische Kraft-quellen, aber ihr gl\u00fchender Kern bedarf der M\u00e4\u00dfigung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Die gr\u00f6\u00dfte zivilisatorische Leistung Europas ist deshalb nicht das Christentum \u2013 das wurde ihm geschenkt \u2013 sondern die Z\u00e4hmung des religi\u00f6sen Feuers im s\u00e4kularen Rechtsstaat, und im Toleranzgebot \u2013 ein Prozess, der auch heute noch nicht abgeschlossen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Aber diese S\u00e4kularisierung \u2013 aus der bitteren Erfahrung der Religionskriege erwachsen \u2013 ist nie ein f\u00fcr alle Mal gesichertes Kulturgut. In unseren Tagen erfahren wir, dass nicht nur die Terroristen von ISIS, sondern auch viele gl\u00e4ubige Muslime in den L\u00e4ndern, die noch tief von Religion impr\u00e4gniert sind, aber auch die Fundamentalisten in den USA, emotional nur schwer nachvollziehen k\u00f6nnen, warum Gottes Gebot nicht absolut und \u00fcberall gelten soll: auch in der Familie, der Stadt, der Wirtschaft, dem Parlament.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Mit den weltumst\u00fcrzenden Produktivkr\u00e4ften des industriellen Kapitalismus, den Europa entfesselte, wurden Wohlstand, Gleichheit und Freiheit f\u00fcr alle \u2013 die Verheissungen der Bibel und der s\u00e4kularen Propheten \u2013 zur realen M\u00f6glichkeit. Aber nur in den christlichen Regionen des alten Europas und seines nordamerikanischen Ablegers ist eine solche Ordnung wirklich geworden, jedenfalls ann\u00e4hernd \u2013 der Rest der Welt lieferte den Rohstoff. Und auch in Europa schien erst nach den blutigen Kriegen des zwanzigsten Jahrunderts in Europa der Sieg der christlichen Soziallehre und ihrer s\u00e4kularen Gestalten gesichert: der Sozialstaat, eine Errungenschaft, von der der Soziologe Pierre Bourdieu einst sagte, sie sei so unwahrscheinlich und so kostbar wie Kant, Beethoven oder Mozart.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Heute erleben wir diesen sozialen Staat in der Defensive \u2013 nicht gegen China, und nicht gegen Indien, sondern gegen das Totalwerden einer Religion, die so spirituell ist wie keine Thora und kein Platonismus: der Glaube an ein unendliches und ewiges Wachstum, an die unendliche Vermehrbarkeit der materiellen G\u00fcter, an die Stillung aller menschlichen Bed\u00fcrfnisse durch Waren, an die Transformation jeder Zeit-L\u00fccke in eine Marktl\u00fccke. Unter der Herrschaft dieses Gottes \u2013 wenn denn Gott die Kraft ist, die alles bewegt \u2013 werden Menschen zur flexiblen Ressource, Familien zu Fabriken f\u00fcr \u201eHumankapital\u201c, Nationen zu Wirtschafts-Standorten, kulturelle Traditionen zum \u201acontent\u2019 der Unterhaltungsindustrien. Unter ihrer Gewalt schrumpft die Kraft der Politik \u2013 und die Menschen, die das sp\u00fcren, retten sich und sorgen f\u00fcr ihre N\u00e4chsten, so gut sie das k\u00f6nnen \u2013 mit individualistischen L\u00f6sungen. Und dar\u00fcber zerbr\u00f6seln die gesellschaftlichen Bande.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Das Fatalste aber: Die Mentalit\u00e4t, die sich unter der Herrschaft dieser Religion aus-breitet, hei\u00dft: das ist nicht mehr zu wenden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Woher also sollte eine solche R\u00fcckwendung \u2013 eine Re-Volution also \u2013 hin zu den alten Tr\u00e4umen Europas kommen? Wie kann Europa wieder zu \u201eeiner Seele kommen\u201c? Der christliche Sozialist Jacques Delors hofft auf eine Renaissance der christlichen Religion. Und Michel Houellebecq schreibt: \u201eOhne das Christentum w\u00e4ren die europ\u00e4ischen Nationen nichts mehr als ein K\u00f6rper ohne Seele \u2013 und experimentiert aus Verzweiflung \u00fcber ein altegewordenes Christentum und die Ersch\u00f6pfung der Metaphysik\u00a0 mit der Idee eines vitalen und menschenfreundlichen Islam.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Es ist wohl so: Die christliche Idee der Transzendenz, des Lebens nach dem Tode, hat \u00fcber Jahrhunderte auch eine Kultur der Selbstbeschr\u00e4nkung und des sozialen Opfer-willens hervorgebracht, aber wenn sich im Massenbewu\u00dftsein die Idee festsetzt, nach dem Tod kommt nichts mehr, es gibt kein Jenseits, sondern nur dieses eine Leben, dann w\u00e4chst der Wunsch, in der Frist, die ich habe, so viel zu leben, wie ich kriegen kann. Der Wachstums-zwang des Kapitals, die Angewiesenheit der eigentumslosen Massen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, und die s\u00e4kularen Seelen, die den Verlust des Jenseitsglaubens mit Konsum kompensieren \u2013 zusammen treiben sie die Wachstumsmaschine an, die keiner konstruiert hat, und deren Gesetze doch tief in die Seelen des \u201eabendl\u00e4ndischen Aktivit\u00e4tskommandos\u201c (Thomas Mann) eingebrannt sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Seit einiger Zeit versprechen sich selbst s\u00e4kulare Denker von einer \u201eWiederkehr der Religion\u201c eine St\u00e4rkung der Widerstandskr\u00e4fte gegen die \u201eentgleisende Moderne\u201c, gegen die \u201ekommerzielle Reduktion der Menschenseele\u201c, gegen den \u201eherzlosen Kapitalismus\u201c und was dergleichen Formeln sind. Aber wie k\u00f6nnte eine solche Wieder-kehr aussehen? Wie k\u00f6nnte sie hinausgehen \u00fcber die dutzende, ja hunderte von \u201eSpiritualit\u00e4ten\u201c, die, wie immer in gro\u00dfen gesellschaftlicher Krisen, die Seelenpein und das Gef\u00fchl der metaphysichen Leere lindern: die indischen Weisheitslehren, die esoterischen Heilslehren, die Astrologie, die neoheidnischen Rituale. Sie alle m\u00f6gen dem Einzelnen helfen, einen Sinn f\u00fcr sein Leben zu finden, und es ist billig, sie als Genu\u00dfmetaphysik oder Ausm\u00f6blierung der Seelen zu verspotten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Aber k\u00f6nnen wir uns vorstellen, dass es eine Renaissance des europ\u00e4ischen Christen-tums gibt, die gesellschaftsver\u00e4ndernde Kraft entwickelt? Die sich nicht nur mit warnenden Worten in die Politik einmischt, sondern den Konflikt mit ihr riskiert in den gro\u00dfen Zukunftsfragen? Das positive Echo auf die starken Worte des Papstes \u00fcber die \u201em\u00f6rderische Ordnung\u201c des Kapitalismus und die erb\u00e4rmliche Fl\u00fcchtlingspolitik der Europ\u00e4ischen Union, seine Popularit\u00e4t, aber auch die gereizten Reaktionen vieler Politiker \u2013 k\u00f6nnten sie nicht die Kirchen ermutigen, diesen Weg zu gehen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Die Antwort auf diesen Wunsch lautet oft: die Kirche ist doch f\u00fcr alle da, f\u00fcr die Gerechten und die Ungerechten, f\u00fcr die Hitzigen und die Lauen, f\u00fcr die Gro\u00dfz\u00fcgigen und die Gierigen, die Reichen und die Armen. Stimmt. Aber das hindert sie doch nicht, sichtbarer und lauter gegen Unrecht und Lauheit, gegen Unternehmungen, die die Erde zerst\u00f6ren, gegen Lauheit in den Parlamenten und Gier an den Finanzm\u00e4rkten aktiv zu werden \u2013 vor allem aber: ihren Gl\u00e4ubigen in dieser Hinsicht etwas zuzumuten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Religionen gehen aufs Ganze: sie verbinden uns mit dem Ganzen der Sch\u00f6pfung und der Menschheit; und sie fordern uns auf, \u201eganz\u201c zu werden, so ganz, wie es die zerbrechliche Ordnung der Welt und das krumme Holz unserer Beschaffenheit erlauben. Sie fordern uns auf, an die Grenze unser M\u00f6glichkeiten zu gehen, unsere Handlungen und \u00dcberzeugungen zur Deckung zu bringen. Religionen sind Glutkern und Treibstoff unserer Zivilisation gewesen \u2013 warum k\u00f6nnten sie es nicht noch einmal sein. Aber diese Art religi\u00f6s aufgeheizten sozialen Fundamentalismus sei nicht ungef\u00e4hrlich? Das k\u00f6nnte explosiv werden? Stimmt, aber auch Benzin ist explosiv, und doch verd\u00fcnnen wir es nicht, sondern nutzen es f\u00fcr die Getriebe unserer Maschinen. Wie k\u00f6nnte das im Fall der Religion aussehen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Ich stelle mir f\u00fcr einen Augenblick vor, Kirchen w\u00fcrden Schiffe ausr\u00fcsten, die im Mittelmeer kreuzen, mit Bisch\u00f6fen an Bord. Ich stelle mir vor, 500 Quadratkilometer deutsches Kirchenland w\u00fcrden von nun an ausschlie\u00dflich an \u00d6ko-Landwirte verpachtet. Ich stelle mir vor, es g\u00e4be gegen\u00fcber Steuerbetr\u00fcgern, Spekulanten und Gemeindemitgliedern, die den Mindestlohn kreativ umgehen, Unvereinbarkeits-beschl\u00fcsse. Ich stelle mir Gottesdienste auf den Feldern vor den H\u00fchnerfabriken vor und hart an der Grenze der Bannmeile vor den Parlamenten, wenn dort laue Gesetze beraten werden. Das sind nur Beispiele, am Sonntagmorgen herbeiphantasiert. Und ich will, um Gottes willen, nicht die Trennung von staatlicher Ordnung und religi\u00f6ser Radikalit\u00e4t in Frage stellen, aber ich w\u00fcnschte mir, dass die weltliche und die geist-liche Macht \u2013 wie es fr\u00fcher hiess \u2013 in ein Verh\u00e4ltnis k\u00e4mpferischer, ja konfrontativer Kooperation geraten, zum Wohle der Menschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Eine radikal und autoritativ bekennende und agierende Kirche k\u00f6nnte uns davor bewahren, dass die Leidenschaften der Leidenden aus dem S\u00fcden der Welt oder aus unseren abgeh\u00e4ngten Landschaften zu stark werden, oder dass der \u00dcberdruss in unseren Seelen zum \u00dcberdruck wird und das \u00f6ffentliche Leben erstickt oder zur Explosion bringt. Sie w\u00e4re h\u00f6chstwahrscheinlich popul\u00e4r und k\u00f6nnte uns vor dem reaktion\u00e4ren Populismus bewahren, ob er nun aus den unaufgekl\u00e4rten Milieus der Modernit\u00e4tsverweigerer kommt oder aus den Moscheen. Und schlie\u00dflich k\u00e4me mit einer solchen christlichen Renaissance das universelle Missionsgebot, das viele Jahrhunderte lang die imperialistische und kolonialistische Eroberung der nicht-europ\u00e4ischen Welt begleitet hat, zu einem guten Ende \u2013 sie w\u00e4re ein Beitrag zur Vers\u00f6hnung Europas mit den Weltregionen, die lange unter ihm gelitten haben, denen es \u00fcber Jahrhunderte seinen Reichtum verdankte, und von denen es sich heute bedroht f\u00fchlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Die Erwartung, eine solche Renaissance k\u00f6nne stattfinden, sei romantisch und unrealistisch? Stimmt wohl. Aber, wie gesagt, es ist Sonntagmorgen, und tief in meinem s\u00e4kularisierten Konfirmandenhirn steckt immer noch der Satz \u201eDie Lauen spuckt der Herr aus.\u201c Auch dieser Satz sitzt tief in unserem kulturellen Ged\u00e4chtnis \u2013 selbst wenn er uns \u00fcberfordert.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><u>Zum Autor:<\/u><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Mathias Greffrath, Soziologe und Autor; schreibt u.a. Essays f\u00fcr den Norddeutschen Rundfunk, Zeit und S\u00fcddeutsche Zeitung, die deutsche Ausgabe von le monde diplomatique<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Redaktion: Florian Breitmeier<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Norddeutscher Rundfunk<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Religion und Gesellschaft<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">30169 Hannover<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Tel.: 0511\/988-2395<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">www.ndr.de\/ndrkultur<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"><strong>Unkorrigiertes Manuskript<br \/>\n<\/strong><strong>Zur Verf\u00fcgung gestellt vom NDR<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\">Dieses Manuskript ist urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif; font-size: 14pt;\"> 3. Mai 2015<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 10pt;\"><em>\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana,geneva; font-size: 12pt;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Hintergrund-Text Zum\u00a0Leit-Wort des Jahres\u00a02009 18 Einer von den f\u00fchrenden M\u00e4nnern fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? 19 Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? 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